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Chronik

 

Hier soll einmal unsere Chronik abgebildet werden. Zur Einstimmung zunächst jedoch “nur” ein Artikel aus unserer Festschrift zum 25-jährigen Bestehen.

Der nachfolgende Beitrag beschreibt unsere Blau-Weisse-Philosophie.

Ein Hagener in Blau-Weiß

von Franz-Josef Schnier

Wieso das? Vorhalle liegt doch wohl in Hagen, oder? Da ist es doch selbstverständlich, daß die Mitglieder von Blau-Weiß Vorhalle Hagener sind, natürlich doch!
Hier muß mit einem ersten Mißverständnis aufgeräumt werden: Blau-Weiß ist nicht nur Vorhalle, zu Blau-Weiß zählen Menschen aus aller Herren Stadtteile Hagens, auch aus den umgebenden Metropolen Herdecke, Wetter, Breckerfeld- und seit geraumer Zeit sogar aus dem Herzen der Stadt, die sich selbst das Tor zum Sauerland nennt: als Bürger Eppenhausens wohne ich zwar nicht direkt in der City, aber doch so gut wie in ihr. Auch ich bin mittlerweile ein Blau-Weißer, nicht nur dann, wenn ich den blau-weißen Trainingsanzug, die blaue Turnhose und natürlich stets noch mehr anhabe auf dem Tennisplatz: Blau-Weiß ist nicht nur eine Farbkombination, Blau-Weißer zu sein ist eine Sache der Gesinnung.

Schon mein Erstauftritt in Vorhalle hat das unter Beweis gestellt. Es war beim Aufbau des Dachstuhls am neuen Vereinsheim; dick eingepackt gegen Regen und Kälte- auch zur Vorbeugung gegen den mich immer wieder einmal heimsuchenden Hexenschuß betrat ich die Baustelle- von allen Anwesenden freundlichst begrüßt, denn ich messe immerhin 198 cm Körperlänge und bin von daher eigentlich ideal geeignet für Dachstuhlarbeiten. Aber nur eigentlich, wie ich dann bald gemerkt habe. Denn manches habe ich erst später gemerkt. So brauchte ich einige Zeit, ehe ich beim ersten Schritt mit Dachbalken auf der Schulter gemerkt hatte, daß es ungünstig ist, als 198er in der Mitte zu gehen, wenn vorne und hinten Heldengestalten mit ca. 175 cm Gardemaß zusätzlich das Balkengewicht erhöhen, weil sie mehr an ihm hängen als ihn zu tragen. Schallendes Gelächter und feurige Anfeuerungsrufe haben nichts bewirkt- ich war zu schwach und mußte kurzfristig eine Auszeit nehmen. So ist das eben, wenn man meint, einen Dachbalken und zwei Vereinsgrößen gleichzeitig tragen zu können. Das Geschehen hat aber meine blau-weiße Gesinnung ganz erheblich gefördert: wieder Zuhause konnte ich entdecken, daß ich ganz ein Blau-Weißer geworden war, quasi getauft worden war. Meinen atlethischen Oberkörper zierten nämlich, als ich ihn- nur mit einem strahlend weißen Unterhemd verhüllt- im Spiegel auf der Suche nach Eindrücken von diesem herrlichen Tag betrachtete, herrlich tiefblaue Streifen. Blau-Weiß Vorhalle hatte erste Spuren bei mir hinterlassen, wahrlich tiefe Spuren.

Wenn ich auf meine wenigen Jahre als Blau-Weißer zurückblicke, hat es manche weiteren Eindrücke gegeben, die Blau-Weiß Vorhalle bei mir hinterlassen hat. Aus den vielen möchte ich die drei mir auffälligsten noch kurz nennen. Sie machen in aller Klarheit deutlich, was es heißt, ein Blau-Weißer zu sein.
Als Blau-Weißer kennst du andere Blau-Weiße, die wiederum andere Blau-Weiße kennen, die genau das besorgen können, was du gerade dringend benötigst. Seien es Ostereier mit Blau-Weiß-Emblem, seien es Gewinne für eine Tombola, seien es Gesangs- und Unterhaltungskünstler, seien es Baugeräte von der Kelle bis zum Bagger: als Blau-Weißer mußt du nur einen Blau-Weißen fragen, und dir wird alles besorgt.
Als Blau-Weißer benötigst du keinen Boris Becker oder Michael Stich. Setz dich bei Vereinsmeisterschaften auf die Terrasse am Center-Court und du wirst merken, daß die wahren Cracks, die spannendsten Spiele, die heftigsten Duelle- mit Ball oder Wort oder Schläger- immer nur an einem Ort in Hagen stattfinden: bei Blau-Weiß in Vorhalle.
Als Blau-Weißer wirst du erkennen können, daß auch Gott ein Blau-Weißer ist. Wie sonst ist es zu erklären, daß immer dann in Vorhalle die Sonne scheint, wenn Blau-Weiß eine Veranstaltung hat. Dann verschwimmen die blau-weißen Farben mit dem tiefblauen Himmel und jeder weiß: wieder typisch Blau-Weiß!

Schade nur, daß ich nicht schon vor 25 Jahren dabei gewesen bin, als dieser Verein aus der Taufe gehoben worden ist. Ich kann nur erahnen, wieviel vom Leben mir da entgangen ist!
(FJS, 1997)